Gehts noch unflexibler?

Geht es noch schwachsinniger?

Nein, kaum vorstellbar,  das was derzeit bei dem Wechsel meiner Autoversicherung zur R&V24 abgeht ist an Bürokratie kaum zu toppen.
Der Sachverhalt:
Alljährlich zum Jahreswechsel das gleiche Spiel, man versucht ein paar Euro einzusparen in dem die die eigene Autoversicherung überprüft wird und die Tarife verschiedener Versicherer verglichen werden. Also wird irgendwann Ende 2009 mal eine Stunde investiert und verschiedene Onlinerechner durchprobiert. Da meine selbstständige Tätigkeit auch mit Versicherungen zu tun hat, ist der Vergleich reine Routine. Und siehe, für einen  Anbieter scheinen meine Voraussetzungen ideal zu sein, VN ist älter als 30 jünger als 65, Jahrzehnte Fahrpraxis, relativ hochwertiges Fahrzeug – jedenfalls die Versicherungsprämie ist  günstig.
Also alte Versicherung bei der VHV gekündigt und einen neuen Antrag bei der  R&V24 gestellt.
Das lief auch alles problemlos. Der Unterschied zu mir  bekannten Vertragsbearbeitungen war lediglich, dass die Abwicklung über ein so genanntes Vertragscenter lief. Dort lagen auch irgendwann der Versicherungsschein, AVB u.s.w. bereit.
Aber nun wird es lustig. Ende Februar kam eine Rückfrage wegen des Schadensfreiheitsrabattes. Angeblich sollte unter der angegebenen Versicherungsscheinnummer keine Vorversicherung bei der VHV vorhanden sein.
Als ich dann versuchte mit der R&V24 Kontakt aufzunehmen wurde es schwierig.
Die im Vertragscenter angegebene Rufnummer schaltet auf einen Anrufbeantworter, der mir erzählt, dass es bedauert wird, dass der Anruf noch nicht pers. entgegengenommen werden kann, (also keine Möglichkeit des Anrufes), ein Link zu einem Kontaktformular gibt es im Vertragscenter auch nicht. Jedenfalls war er für mich nicht auffindbar, sondern nur von der Startseite der Webpräsenz findet man ein Kontaktformular, wenn man gründlich sucht.
Ob die eingeschränkten Kontaktmöglichkeiten rechtlich „sauber“ sind, halte ich auch für fraglich, aber das ist nicht meine Baustelle.
Zurück zum Thema, natürlich stimmte die angegebene Nummer der Vorversicherung, also Kopie des alten Vertrages per Post an die R&V24.
Nach einer Woche die Reaktion, ich müsse ein Formular einreichen auf dem ich den Schadensfreiheitsrabatt übernehmen müsse, da in der Vorversicherung der Zusatz „Servicebüro Schwedtfinanz“ hinter meinem Namen stünde.
Ich soll also den Schadensfreiheitsrabatt an mich selber abtreten. Schwachsinniger geht es kaum noch. Also, da es keinerlei kurzfistige Kontaktmöglichkeiten zur R&V24 gab, rief ich beim Vorversicherer an und der bestätigte mir, dass die neue Versicherung den Namenszusatz in der Abfrage eingeben muss und die Schadensfreiheitsklasse wird übergeben.

Also habe ich  das wiederum schriftlich der R&V24 mitgeteilt und gehofft, dass nun alles erledigt ist.
Aber ich hatte nicht mit den Truppenteilen der R&V24 gerechnet, die Antwort nach ca einer Woche:

wir bedauern, aber da wir keine Firmen (auch nicht
Einzelfirmen) versichern, ist der Zusatz „Servicebüro
Schwedtfinanz) bei uns nicht möglich.
Die schadenfreien Jahre können bei uns nur mit Rückgabe
des vollständig ausgefüllten Formblattes SFR-Übertragung
angerechnet werden. Wir bitten nunmehr um Erledigung.

Weitere Informationen zu Ihren R&V24-Verträgen finden Sie in Ihrem Vertragscenter unter www.rv24.de.

Rechtlich ist aus Sicht der Haftung  vollkommen Wurst ob der  PKW einer Privatperson oder einer Personengesellschaft versichert ist, aber bitte, ich unterschreibe jetzt eine Erklärung , in der ich bestätige, dass ich meinen Schadensfreiheitsrabatt an mich selber abtrete.
In der Erklärung unterschreibe ich auch, dass ich mit mir selber verwandt bin (bin ich das?).
Und das Beste ich unterschreibe den Vertrag zwei mal, einmal als Abtretender und einmal als Versicherungsnehmer.
Aber ich unterschreibe und bin sehr gespannt was nun weiter für Schildbürgerstreiche  verbrochen werden.
Hoffen kann ich nur, dass diese Versicherung nie in Anspruch genommen werden muss, denn das Theater ist für mich schon jetzt vorhersehbar.
Ach  – so noch drei Briefe hin und her und schon ist der Preisvorteil den diese Versicherung bietet aufgebraucht, vom Zeitaufwand reden wir mal lieber nicht.

Fortsetzung folgt, wir bleiben stark .-).

2 Gedanken zu „Gehts noch unflexibler?“

  1. Den Ärger mit der R+V24 kann ich nachvollziehen. Mein Problem ist allerdings ein anders.
    Die R+V24 ist nach Wochen immer noch nicht in der Lage eine Differenz zwischen Vertrag und Rechnung zu erklären.
    E-Mails werden mir vorgeferigten Antwortbriefen beantwortet ohne auf die Unklarheiten einzugehen. E-Mails werden warscheinlich gar nicht gelesen.
    Letzte Mail wurde nicht beantwortet. Telefonischer Kontakt ist nur über 180.. nummern möglich. Trotz Kündigung des Latschriftverfahrens wurde Versicherungsbetrag abgebucht.

  2. Tja, wer preiswert sein will muss sparen und das geschieht oft durch Personaleinsparung, unqualifiziertes Personal und schematisierte Arbeitsabläufe, bei denen ein Mitdenken der Mitarbeiter nicht erforderlich oder sogar nicht gewünscht ist.

    Mein Beitrag ist ja etwas älter und das Problem hatte sich nach Einsenden des seltsamen Formulars erledigt. Ein Schaden, den leider ich verursacht hatte, scheint auch problemlos reguliert worden zu sein, deshalb bin ich trotz anfänglich schlechter Erfahrung noch immer bei der R+v24

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